Wallaby-VK — eine virtuelle Bildschirmtastatur für Linux Kubuntu / Wayland

Ich gehöre zu den Personen, die eine Tastatur nur sehr eingeschränkt bedienen können. Mit der Maus komme ich aber noch sehr gut zurecht.

Jahrzehntelang habe ich mit Windows gearbeitet und dort eine gute Bildschirmtastatur gehabt. Vor einem halben Jahr bin ich auf Linux umgestiegen und hatte mit Onboard zunächst auch eine brauchbare Lösung gefunden — leider funktioniert sie nicht mit Wayland. Das war für mich fast ein Grund, den Wechsel zu Kubuntu ganz zu lassen.

Also habe ich angefangen, zusammen mit der KI Claude ein Tastatur-Script in Python zu entwickeln. Dabei wollte ich natürlich das einbauen, was mir bei allen verfügbaren Linux-Tastaturen immer gefehlt hat: eine echte Arbeitserleichterung bei der Textverarbeitung. Funktionen wie Copy, Cut, Paste oder Undo sind bei herkömmlichen Tastaturen immer nur über den Umweg Strg+Buchstabe erreichbar. Das geht besser — deshalb habe ich diese Funktionen als eigene Tasten direkt in die Tastatur integriert.

Weitere Features

  • Lautstärkeregelung direkt in der Tastatur
  • 10-stufiger Copy-Buffer, abrufbar per Rechtsklick auf die Paste-Taste
  • 20 Text-Snippets mit Verwaltung, inklusive automatischer Eingabe von Datum und Uhrzeit
  • Shift-, Ctrl- und Alt-Tasten können eingerastet werden, um sie zusammen mit der Maus in anderen Anwendungen zu nutzen (z. B. Ctrl+Klick im Dateimanager)
  • Sprache zu Text, vollständig offline über Whisper (OpenAI)
  • Eingabe auf Kernel-Ebene via python-evdev UInput — kein Fokus-Diebstahl, kein Daemon
  • Einzelne Python-Datei — keine Installation über den Paketmanager nötig

Getestet auf
Kubuntu 24.04 / KDE Plasma 6, Ubuntu 24.04, Linux Mint 22 (Cinnamon)

Das Layout ist momentan nur auf Deutsch (QWERTZ), Größe und Farben sind fest eingestellt — so wie ich es brauche und wie es mir gefällt. Vielleicht findet jemand anderes ebenfalls Gefallen daran und arbeitet direkt damit, oder passt das Python-Script nach seinen eigenen Bedürfnissen an — gerne auch mithilfe einer KI.

Meine virtuelle Tastatur heißt Wallaby-VK — das kleine Känguru, das von Taste zu Taste springt.

Ihr könnt sie euch hier anschauen und herunterladen: Wallaby-VK — Virtual On-Screen Keyboard for Linux / Wayland (QWERTZ) — Bekudio

Viel Freude damit,
Bernd (Bekudio)

Weis ick nich digger…würde das auf github liegen würde ich mich “sicherer fühlen”.

Coole Idee würde ich benutzen wollen aber nicht von privat irgendwo ausm Netz.

Keine Lust das zu testen, ob es nach Hause telefoniert etc…

Hey, deine Vorsicht kann ich gut verstehen — bei fremder Software aus dem Netz wäre ich auch erstmal skeptisch.

Kurz zum Hintergrund: Ich kann eine Tastatur nur sehr eingeschränkt mit den Fingern bedienen, und Wallaby-VK ist aus reiner Not entstanden, weil Onboard unter Wayland nicht läuft. Ich bin Anwender, kein Programmierer — ein GitHub-Repo zu pflegen, Releases, Issues, Pull Requests, das ganze Drumherum ist Aufwand, den ich neben allem anderen schlicht nicht stemmen kann. Deshalb liegt das Ding als einfaches tar.gz auf meiner Seite.

Was vielleicht hilft: Wallaby-VK ist im Kern eine einzige Python-Datei, offener Klartext, kein kompiliertes Binary, kein Daemon, kein Hintergrundprozess. Du kannst die in unter einer Minute bei Claude oder ChatGPT reinwerfen und fragen „Macht dieses Script irgendwelche Netzwerkverbindungen? Telefoniert das nach Hause?" — und hast eine fundierte Antwort, bevor der Kaffee durchgelaufen ist.

Hätte mir vor einem halben Jahr beim Linux-Umstieg jemand sowas hingelegt, hätte ich mir alle zehn Finger danach abgeschleckt. Vielleicht ist es ja was für dich, vielleicht auch nicht — beides völlig okay.

Gruß, Bernd

Eventuell hat ja jemand eine Idee wie ich zum Nutzen anderer ohne großen Aufwand damit umgehen/publizieren kann.

Dann würde ich es ggf. privat lassen und nicht anbieten. Auf GitHub kannste auch private Repos hochladen (Setting - Danger Zone - Visibility -Make Private oder so), nur eben kann man dann die Bestandteile einsehen oder eben nicht wenn privat. Musste du aber nochmal nachlesen, wenn du mit dem Gedanke spielen solltest.

Außerdem ermöglichst du anderen den Code je nach Lizenz, zu forken und somit zu verbreiten, quasi open source zu machen und jemand kann es ggf. verbessern. Was ich sehr gut finden würde. Aber mach wie du denkst.

Nettes Stück Software. Cheers*

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